Romanprojekt: Startschuss

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Neulich, um genau zu sein, heute vor 2 Wochen, beschlossen Herr T. und ich, dass wir dann jetzt mal anfangen. Eigentlich wollten wir vorher noch ein wenig weiter im lustigen „gebe Dingen Namen“-Spielchen voranschreiten, aber nach drei eher frustrierenden Chats, in denen wir in 2-3 Stunden vielleicht mal 2 oder 3 Namen zustande brachten, die uns gefallen, haben wir das erstmal aufgegeben. Es ist aber auch nicht so leicht. Die Namen sollen schließlich nicht nur gut klingen und zur Person bzw. zur Sache passen, sondern möglichst auch noch nicht (oder zumindest nicht zu offensichtlich) einer irdischen Sprache entnommen sein. Immerhin spielt das Ganze ja in einer anderen Welt. Wir haben zwar durchaus auch schon Namen dabei, die man in einer irdischen Sprache findet, allerdings sollen es halt nicht noch mehr davon werden.

Also haben wir beschlossen, nun einfach anzufangen und das Namensfinden nebenher zu machen. Vermutlich ist das auch der bessere Weg. Noch weitere 3 Stunden erfolglose Namenssuche und ich hätte vorgeschlagen, alle männlichen Charaktere Horst-Bob und alle weiblichen Horstine-Bobine zu nennen.

Tja, nun soll ich also bis zum Wochenende das erste Kapitel geschrieben haben und wie das immer so ist, habe ich noch nicht wirklich angefangen. Also ich habe schon angefangen, allerdings fing ich damit an, einen Charakter auf die Uhr gucken zu lassen, woraufhin mir auffiel, dass wir zwar schon festgelegt hatten, dass unser Tag aus Gründen ™ nicht aus 24 Stunden besteht, allerdings nicht, wie unsere Zeiteinheiten denn nun eigentlich heißen. Also hab ich erstmal ne ganze Weile überlegt, wie man das wohl nennen könnte und ob lieber mit lustigen fancy Begriffen oder eher irdisch angelegt oder oder oder … zack, war ne Stunde um und geschrieben wurde nicht allzu viel. Aber naja. Ein paar Tage hab ich ja noch. Und das erste Kapitel wird eh noch 17 Mal umgeschrieben. Mindestens.

Jetzt hoffe ich, dass ich bis zum Wochenende den ersten Entwurf dann mal zu Ende kriege. Jedenfalls geht es jetzt los. So wirklich. Zu Hülf!

Jubiläum: Das Romanprojekt wird 2 Jahre alt

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Heute, am 2. Juli 2014, findet ein Jubiläum statt. Dieses Jubiläum betrifft genau zwei Menschen, aber ich möchte trotzdem drüber schreiben – und gleichzeitig endlich mal ein wenig über das Romanprojekt erzählen. Welches heute, ihr ahnt es schon, zwei Jahre alt wird.

Es begab sich also vor mehr als zwei Jahren, dass ich in meinem Stamm-Internetforum mit einem anderen User, nennen wir ihn mal den Herrn T., begann, übers Schreiben zu reden. Der Herr T. ist nämlich fleißiger als ich und hat schon zwei Romane zu Ende geschrieben. Und irgendwie dachte ich mir eines Tages, dass man sich ja mal übers Schreiben austauschen konnte, was dann auch geschah. Heute vor 2 Jahren also chatteten wir mal wieder per ICQ (ja, SO lange ist das schon her, dass ich damals noch ICQ aufm Rechner hatte *g*) und ich fragte ihn dann, ob wir nicht mal zusammen was schreiben wollen. Was Kleines. Eine Kurzgeschichte oder so.

Gestern haben wir die Planung für Kapitel 70 des Romans beendet.

Wie man sieht: Es uferte etwas aus. Wir fanden schnell eine grundsätzliche Idee, ein Baustein stapelte sich auf den anderen und es war ganz schnell klar, dass der Stoff für mehr als eine Kurzgeschichte gemacht war. Also legten wir dann los und beschäftigten uns lange erstmal mit dem Ersinnen der Welt und der Charaktere. Das nahm eine ganze Weile in Anspruch und wurde natürlich nicht leichter dadurch, dass ich in Hamburg wohnte und Herr T. in Freiburg, am anderen Ende der Republik. Inzwischen ist er etwas weiter nach Norden gezogen und wir haben uns auch schon mehrfach zur Planung getroffen, der Großteil fand aber doch per Skype statt. Und so entwickelte sich in wöchentlichen Chats langsam alles vor sich hin – die Welt und ihre Geschichte wurden ersonnen, Charakterkonzepte wurden zu Figuren mit Namen, Aussehen und Hintergrund, und der Plot ist inzwischen komplett geplant und in eine lange Stichpunktliste und eine Handlungstabelle gestopft. Aktuell beschäftigen wir uns damit, die Kapitel einzuteilen und festzulegen, was in welcher Reihenfolge und aus wessen Sicht erzählt wird. Und dann kann es auch bald losgehen.

Denn, tatsächlich, geschrieben haben wir an sich noch nichts. Natürlich haben wir relativ  zu Anfang geprüft, ob wir mit dem Schreibstil des jeweils anderen leben können und jeder zwei Probeszenen geschrieben. Aber richtig loslegen werden wir erst, wenn alles fertig geplant ist, was nun bald der Fall sein dürfte. Vorher dürfen wir uns dann noch darum prügeln, wer welchen Charakter schreibt.

Wenn ich von dem Projekt erzähle, werde ich ganz oft gefragt, wie das denn geht, mit zwei Leuten an einem Roman zu arbeiten. Viele können es sich auch gar nicht vorstellen, nicht die komplette Hoheit über das Geschriebene zu haben. Tatsächlich gibt es natürlich sowohl Schwierigkeiten als auch Vorteile daran, zu zweit zu schreiben. Der größte Vorteil für mich ist, dass es eben noch eine andere Person gibt und es somit viel leichter ist, sich regelmäßig mit der Geschichte zu befassen  und nicht mal wieder 4-6 Monate in ein kreatives Loch zu fallen und einfach gar nix zu tun. Das passiert halt nicht, wenn man sich immer gegenseitig motiviert, weiterzumachen. Außerdem hat man natürlich zwei kreative Köpfe, die sich mit einer Sache befassen und Ideen entwickeln, so dass man weniger oft den Punkt erreicht hat, wo einem nix mehr einfällt. Und schließlich kontrolliert man sich natürlich auch gegenseitig und merkt es, wenn man droht, in eine erzählerische Sackgasse zu rutschen oder irgendwas unplausibel wird. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Schwierigkeiten. Beispielsweise stellt man sich ganz oft Sachen im Kopf so und so vor, redet dann darüber und merkt, dass sich die Vorstellung des Schreibpartners doch mehr oder weniger stark unterscheidet. Oder (meine Spezialität) man geht davon aus, dass man sich über Dinge schon unterhalten hat, auch wenn man nur selber drüber nachgedacht hat und der andere noch gar nix von der Idee oder der Vorstellung weiß. Das ist so oft passiert, dass ich monatelang in besagtem Forum „In meinem Kopf sah das anders aus!“ in der Signatur stehen hatte. *g* Und klar, man ist sich auch mal uneins, sowohl über die Entwicklung von Charakteren als auch über Handlungsdetails. Dann muss man halt entweder Kompromisse machen oder für seine Lieblingsversion argumentieren und irgendwie findet man dann immer was, mit dem beide leben können. Und naja, wenn wir uns über ZU viele Sachen uneins wären, wären wir wohl auch gar nicht so weit gekommen.

Ganz praktisch wird das Ganze übrigens so aussehen, dass wir die Geschichte aus der Sicht von verschiedenen Charakteren erzählen und die Charakere unter uns aufteilen. Damit umgehen wir das Problem, dass zwei Personen die Innenschau ein und desselben Charakters kontinuierlich erzählen müssen. Gleichzeitig sind wir beide große Fans von einer solchen Erzählweise. Ich hoffe, dass das gut funktionieren wird, bin aber optimistisch.

Was ich am Anfang nicht erwartet hatte, war, wie schnell diese fiktive Welt und diese fiktiven Figuren irgendwie…in der eigenen gedanklichen Realität verankert werden. Am Anfang war es noch ein Wust an Ideen und Entwürfen, aber inzwischen ist das in meinem Kopf alles so lebendig und vorhanden, als wäre es eine schon ewig etabliert und als hätte gar nicht ich es (zur Hälfte) ausgedacht. Ein sehr seltsames Gefühl, ich weiß nicht, ob man das nachvollziehen kann. Es mach auf jeden Fall sehr viel Spaß, wenn man auf einmal merkt, dass man seit 30 Minuten über die Entwicklung einer Figur diskutiert, die es vor 2 Jahren schlicht noch nicht gab.

So, und jetzt wollt ihr bestimmt alle wissen, was es denn für ein Roman wird, ne? Natürlich kann ich nicht allzu viel verraten, man will ja nicht seine Ideen unvorsichtig in dieses Internet blöken und dann passiert wer weiß was damit. Das versteht ihr hoffentlich?

Aber ein bisschen was kann ich natürlich verraten.

Es wird ein Urban-Fantasy-Roman mit Steampunk-Einschlag. Urban ist in dem Fall recht wörtlich zu nehmen, Schauplatz ist nämlich in der Tat nur eine einzige, riesige Stadt, deren Konzeption – hoffe ich – recht ungewöhnlich ist und auch viele spannende Schauplätze zu bieten hat. Unser „Main Cast“ (die mit Einträgen in der Plot-Tabelle *g*) besteht aus 12 Personen, die an unterschiedlichsten Ecken und Enden der Stadt zu Hause sind. Und natürlich passiert am Anfang etwas, was dazu führt, dass sich ihre Wege hier und da kreuzen. Zur Handlung mag ich natürlich auch nicht viel verraten, aber es gibt Diebstähle, zwielichtige Kneipen, religiöse Konflikte und eine mechanische Katze. Es sterben einige Leute, sehr viel mehr Leute sterben nicht, Loyalitäten und Bündnisse verschieben sich und die Geschichte der Stadt spielt auch eine Rolle. Es ist insgesamt relativ bodenständig, also ohne viele übernatürliche Elemente, ein wenig Übernatürliches mit mythologischem Einschlag gibt es aber schon.

So. Das soll für den Anfang erstmal reichen. Ich werde sicherlich in Absprache mit meinem Schreibpartner hier ab und zu berichten, wie es voran geht.

Also – frohes Jubiläum, kleiner Roman. Bald gehts richtig los!