Bloggerlesung: „What’s your story?“

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BühneAm Freitag verließ ich also mal wieder das Haus, noch dazu an einem Feiertag. Aber der Anlass – nämlich eine Gemeinschaftslesung dreier Blogger, die ich alle sehr gern lese – war ein gutes Argument, mich vom heimischen PC loszueisen. Das Wetter war komisch, wegen des Feiertags fuhr die Bahn nicht so wie ich dachte, überall eierten Touristen durch die Gegend, aber schlussendlich war ich dann doch noch halbwegs pünktlich da und wurde von Frau Rocknroulette netterweise gleich an einen freien Tisch bugsiert. Der sehr weit vorne stand, ich saß quasi schon auf der Bühne. Machte aber nix, wenigstens war es so nicht schlimm, dass ich kurzsichtige Frau die Brille nicht dabei hatte. Kurz hab ich noch überlegt, ob mich die Position in der ersten Reihe, mittig, dazu verpflichtet, Fotos zu machen, aber dann wurde neben mir schon fleißig fotografiert und ich hab es bleiben lassen. Was mich sehr gefreut hat, war, dass der Saal wirklich voll war. Ungefähr 60 oder 70 Leute waren da, teilweise aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz angereist. Toll!

Als erstes las der sichtlich aufgeregte, deswegen aber umso sympathischere Andreas Glumm (falls den hier irgendwer noch nicht kennt – DA klicken, aber sofort!), der laut eigenem Bekunden womöglich aus dem Saal geflohen wäre, hätte er die Lesung nicht als erster hinter sich bringen dürfen. Kann ich gut verstehen – bei meiner Lesung damals im März war ich auch die erste und fand das im Nachhinein dann ganz gut, weil ich danach die anderen Texte in Ruhe anhören konnte.

In der ersten Pause eilte dann Frau Westendstorie mit Stift, Klebezetteln und einer guten Idee durch den Raum: Alle Blogger bekamen ein Schildchen, auf das sie den Blog-Namen schrieben, so dass man sich gegenseitig erkennen konnte. Sehr schön! 🙂 So wurde dann in den Pausen zwischen den Abschnitten auch eifrig anderen Menschen auf die Brust gestarrt, um zu erkennen, wer denn das Gegenüber so ist. Ich muss leider gestehen, dass ich nur einige der Leute kannte. Was aber auch nicht so wild ist, immerhin kenne ich dadurch jetzt einige Blogs mehr, die ich mir anschauen kann.

Als zweites folgte dann die Lesung von Sabine ‚Rocknroulette‘ Wirsching, die aus ihrem Roman „Druckstaueffekt“ las. Als Special Effect gab es dann noch Musik von John Allen, den ich bisher nicht kannte, nun aber toll finde.
Kleiner Hinweis: Das Buch wird gerade per Crowdfunding finanziert und wer möchte, kann hier etwas dazu beitragen, dass es erscheint! Ich mochte die beiden gelesenen Passagen und bin schon sehr gespannt auf den ganzen Roman. Ach, und wo wir grad dabei sind – gesessen hab ich während der Veranstaltung ja neben Gerard, dem Pop-Politen, und der hat den Roman auch schon rezensiert.

Zum Abschluss las dann Candy Bukowski, die übrigens auch dafür verantwortlich ist, dass die Lesung überhaupt stattgefunden hat. Vielen Dank fürs Organisieren! Ihre Texte hat sie so schön und eindringlich vorgetragen, dass mir am Ende – beim Text über Spinnen,  Heldenmut und Erwachsensein – tatsächlich die Tränen kamen. Zum Glück gab es dann noch etwas Leichteres zum Abschluss.

Nach der Lesung habe ich mich noch sehr nett unterhalten, erst im Saal, nach dessen Räumung dann unten in der Kneipe und schließlich noch in dem türkischen Restaurant, in das es uns dann irgendwann vor Hunger trieb. Vielen Dank nochmal an den Ben, den Mo, die Madame und die Frau Westendstorie für den schönen Abend. Ich war ja ganz allein da und hatte befürchtet, dass ich womöglich den ganzen Abend mit keinem ein Wort wechseln werde, weil sich da alle schon kennen und nicht mit komischen fremden Menschen reden, deren Blog sie nicht kennen. Aber das war ganz und gar nicht der Fall, sondern ich habe viele nette Leute getroffen, mich gut unterhalten und bin um kurz vor 1 Uhr nachts dann sehr  zufrieden heimgefahren.

Also, war super, gerne wieder, danke an die drei Lesenden und die Besucher!

Mit anderen Worten: Links vom 26.06.2014

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Meine Damen und Herren, wie Sie sehen, ist das mit der Writing Class eher nicht so wirklich vorangegangen. Das lag vor allem daran, dass ich erst im Urlaub war und sodann über eine Woche mit Magen-Darm-Mist darniederlag. Ob ich die Aufgaben oder Teile davon noch nachholen mag, kann ich aktuell nicht sagen, denn nun hänge ich wieder im Bürokreislauf aus Müdigkeit, Arbeit und dem Bedürfnis, die Menschheit zu vernichten, fest, Sie kennen das vielleicht.

Deswegen gibt es heute wenigstens wieder ein paar Links.

Das Projekt Was machen die da? von Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm ist vermutlich schon den meisten von euch bekannt, aber es schadet ja nicht, nochmal drauf hinzuweisen. Jede Woche, um genau zu sein, immer am Dienstag, wird da vorgestellt, was Leute so machen. Beruflich oder als Hobby. Diese Woche geht es zum Beispiel ums Marathonlaufen auf Helgoland, sehr schön und leider auch ein bisschen traurig war auch der Artikel über den Mann, der Vögel zählt. Aber da das hier ja ein Schreibblog ist, verlinke ich natürlich hauptsächlich den Artikel über Saša Stanišić, der mit seinem Roman „Vor dem Fest“, der über die Arbeit an dem Projekt und das Schreiben an sich erzählt. Sehr schönes Portrait. Gelesen habe ich den Roman leider noch nicht, hab ich allerdings noch vor. Wenn schon mal jemand, der früher (auch) für DSA geschrieben hat, den Deutschen Buchpreis gewinnt!

Apropos Isabel Bogdan: Diese hat sich eine Kekspackung angeschaut und selbige auseinandergenommen. Nicht im wörtlichen Sinne, es geht vielmehr um die völlig irreführenden Logos. Sehr lesenswerter Artikel.

Auch ums Essen geht es in dieser Geschichte von Rocknroulette, die erzählt, wie ein Schnitzel für die Ehe ihrer Großeltern sorgte. In diesem Zusammenhang habe ich bereits versprochen, die Geschichte von meinem Großonkel und der Bratwurst zu erzählen, was ich gelobe, bald auch zu tun.

Außerdem ist es an der Zeit, mal auf eins meiner Lieblingsblogs zu verlinken, nämlich den Kiezneurotiker, den König des Rage-Bloggens, der sich in unfassbar virtuoser Weise über die großen und kleinen Fails seiner Umgebung, der aktuellen Politik oder der Menschheit an sich aufregt. Weil ich mich nicht entscheiden kann, was ich verlinken soll, nehm ich einfach mal diesen Eintrag über Lübecker Marzipan. Weil ich seit Stunden über den 2. Absatz kichern muss. Aber man kann auch einfach das restliche Blog lesen, es lohnt sich.

So – und zum Schluss noch ein bisschen unverschämte Eigenwerbung, denn während ich hier seit Wochen nix gepostet habe, habe ich für mein anderes Blog einen Beitrag über meinen Prag-Urlaub geschrieben, der etwa so lang ist wie die Moldau breit. Wem das zu viel ist, der kann sich ja wenigstens die lustigen Bilder von Vögeln, Dämonenbeschwörungen und Essen angucken.