Möwen

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Am Fenster flogen gerade Möwen vorbei, und das macht mich traurig. Möwen machen mich immer traurig, wenn ich sie hier in der Stadt sehe. Weil sie eigentlich ans Meer gehören, und wenn sie dann schreien, hört es sich für mich immer so an, als wollten sie nach Hause.

Wenn ich Möwen sehe, möchte ich auch ans Meer. Und zwar nicht geplant und organisiert, nein, ich möchte in mein Auto steigen und losfahren, ohne irgendwas einzupacken, ohne irgendwelche Sollteabers, Müsstedochs und Kannnichts, und dann einfach fahren und fahren, bis ich am Meer stehe. Ich habe das schon so oft gewollt, dass in meinem Kopf ein Film davon existiert, ohne dass ich jemals wirklich losgefahren bin.

Der Film endet, wenn ich am Strand stehe, in dem Moment, wo der Himmel und das Meer vor mir zu Ewigkeit werden. Es existieren keine Gedanken dazu, wann ich zurückfahre. Ob ich zurückfahre. Wie lange man im Januar am Meer stehen kann, bis man erfriert.

Es existieren in meinem Kopf auch keine Hindernisse, kein Stau, kein leerer Tank, keine Strandgebühr, keine Parkplatzsuche. Es gibt nur mich, die Straße und am Ende das Meer, vielleicht noch die Erinnerung an Wind und laute Musik. Ein Medley aus allen Liedern, die ich je für lange Autofahrten auf CD gebrannt habe. I wrote this novel just for you.

Manchmal hasse ich die Möwen.

Romanprojekt: Startschuss

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Neulich, um genau zu sein, heute vor 2 Wochen, beschlossen Herr T. und ich, dass wir dann jetzt mal anfangen. Eigentlich wollten wir vorher noch ein wenig weiter im lustigen „gebe Dingen Namen“-Spielchen voranschreiten, aber nach drei eher frustrierenden Chats, in denen wir in 2-3 Stunden vielleicht mal 2 oder 3 Namen zustande brachten, die uns gefallen, haben wir das erstmal aufgegeben. Es ist aber auch nicht so leicht. Die Namen sollen schließlich nicht nur gut klingen und zur Person bzw. zur Sache passen, sondern möglichst auch noch nicht (oder zumindest nicht zu offensichtlich) einer irdischen Sprache entnommen sein. Immerhin spielt das Ganze ja in einer anderen Welt. Wir haben zwar durchaus auch schon Namen dabei, die man in einer irdischen Sprache findet, allerdings sollen es halt nicht noch mehr davon werden.

Also haben wir beschlossen, nun einfach anzufangen und das Namensfinden nebenher zu machen. Vermutlich ist das auch der bessere Weg. Noch weitere 3 Stunden erfolglose Namenssuche und ich hätte vorgeschlagen, alle männlichen Charaktere Horst-Bob und alle weiblichen Horstine-Bobine zu nennen.

Tja, nun soll ich also bis zum Wochenende das erste Kapitel geschrieben haben und wie das immer so ist, habe ich noch nicht wirklich angefangen. Also ich habe schon angefangen, allerdings fing ich damit an, einen Charakter auf die Uhr gucken zu lassen, woraufhin mir auffiel, dass wir zwar schon festgelegt hatten, dass unser Tag aus Gründen ™ nicht aus 24 Stunden besteht, allerdings nicht, wie unsere Zeiteinheiten denn nun eigentlich heißen. Also hab ich erstmal ne ganze Weile überlegt, wie man das wohl nennen könnte und ob lieber mit lustigen fancy Begriffen oder eher irdisch angelegt oder oder oder … zack, war ne Stunde um und geschrieben wurde nicht allzu viel. Aber naja. Ein paar Tage hab ich ja noch. Und das erste Kapitel wird eh noch 17 Mal umgeschrieben. Mindestens.

Jetzt hoffe ich, dass ich bis zum Wochenende den ersten Entwurf dann mal zu Ende kriege. Jedenfalls geht es jetzt los. So wirklich. Zu Hülf!

Romantik, elende.

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[Ich schreibe hier über Hintergründe und Entstehung dieser Kurzgeschichte und spoilere auch deren Inhalt, also, wenn ihr sie noch nicht gelesen habt, am besten erstmal hier klicken😉 ]

Auch wenn ich nicht weiß, ob es jemanden interessiert, wollte ich mal über die Entstehung meiner letzten Geschichte schreiben, weil ich dadurch mal wieder ein paar neue Erkenntnisse über meinen Schreibprozess hatte.

Zunächst mal will ich aber eine kleine Erklärung für alle bereitstellen, die das Universum, in dem das Ganze spielt, nicht kennen. Ihr habt alle brav „The Big Bang Theory“ oder „Community“ geschaut und wisst deswegen, was ein Fantasy- Rollenspiel ist? Ja? Wenn nicht, gibt es hier eine Erklärung. Eins der ältesten und bekanntesten deutschen Rollenspiele ist Das Schwarze Auge und in dessen Welt, nämlich dem fiktiven Kontintent Aventurien, spielt die Geschichte. Das beschriebene Setting ist im Prinzip einfach ein nördliches Grasland, vielleicht so ein bisschen wie eine flache Landschaft in Schweden, das muss man sich jetzt gar nicht so abgehoben vorstellen; die Zeit entspricht so irgendwas zwischen Früh- und Spätmittelalter. Und da gibt es halt ein kleines Dorf, in dem die beiden Hauptfiguren wohnen. Soweit, so gut.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Nivesen, ein Volk von Nomaden, die mit ihren Viehherden (die Tiere heißen Karene und sind sowas wie Antilopen) durch den Norden ziehen. Im Sommer und Winter bleiben sie jeweils länger an einem Ort, ehe sie dann im Frühling/Herbst wieder aufbrechen. Sie richten ihr Leben ganz nach dem Wandern mit der Herde aus und sind sehr naturverbunden. Ihre spirituellen Führer sind die Schamanen (Kaskju), die auch tatsächlich zaubern können (Fantasy-Welt halt). Die Nivesen glauben an die Himmelswölfe, ein Pantheon verschiedener Wolfsgestalten, die für verschiedene Aspekte des Lebens stehen. Sie haben deswegen auch eine besondere Beziehung zu Wölfen und einige von ihnen, die so genannten Wolfskinder, können sich auch tatsächlich in Wölfe verwandeln. Nicht unwillentlich bei Vollmond wie ein Werwolf, sondern mit Absicht. Wobei es beim „Erwachen“ dieser Fähigkeit im jugendlichen Alter halt auch mal aus Versehen passieren kann, wenn die Person wütend ist, Schmerzen hat, erregt ist, usw.

So, ich glaube, das ist an Hintergrund alles, was man für die Geschichte so wissen muss.

Wenn man in einem „vorgefertigten“ Universum schreibt, hat das natürlich Vor- und Nachteile, die wohl auf der Hand liegen. Man kann sich nicht alles Mögliche ausdenken, sondern muss in der Welt bleiben, im Gegenzug hat man aber auch sehr viel Hintergrund, aus dem man schöpfen kann. Zudem ist die DSA-Welt so groß und vielfältig, dass man eigentlich so ziemlich jeden „Fäntelalter“-Ansatz unterbringen kann, der einem einfällt.
Die Nivesen habe ich mir als Thema ausgesucht, weil ich sie spannend finde und weil es zu ihnen auch noch nicht Dutzende von Geschichten gibt. Ich habe aber bewusst als Erzähler denjenigen gewählt, der am wenigsten über die Nivesen und ihre Kultur weiß, damit die Leser sozusagen zusammen mit Elpje mehr über sie erfahren.

Und was ist nun mit der elenden Romantik?

Nun ja. Nachdem die letzten beiden Geschichten, die ich schrieb, eher düster waren, wollte ich diesmal etwas romantisch-melancholisches Schreiben. Etwas, was dieses Gefühl einfängt, das man hat, wenn man auf etwas zurückblickt und weiß, dass es vorbei ist, aber nichts davon bereut, weil es schön war.
Deswegen habe ich mich entschieden, eine Liebesgeschichte zu schreiben, die kein Happy End hat. Ich fand ja, dass die Geschichte am Ende eigentlich trotzdem noch ganz nett ausgeht, da zumindest eine der Personen die Bestimmung in ihrem Leben gefunden hat – die bisherigen Leser waren da eher anderer Meinung und fanden das Ende ziemlich traurig.

Tja, und dann diese elende Romantik. Junge und Mädchen, erste Liebe, Sommer, laue Nächte, Verheißung liegt in der Luft … und ich verzweifelte beim Schreiben. Ich war im Stress, die Geschichte musste fertig werden, nebenher waren neben Arbeit und Terminen noch viele andere Sachen zu tun, und statt irgendwie halbwegs in die Stimmung zu kommen, die der Text vermitteln sollte, war ich eher in einem „Narfgnahscheißtext, gehorche mir!!“-Modus. Und dann fiel mir auch noch kein toller erster Satz ein, was – ich schrieb ja schon über meine Erster-Satz-Manie – natürlich besonders blöd war.

Hinzu kommt, dass ich irgendwie immer noch die elendige, romantische Vorstellung habe, dass ich einfach nur warten muss, bis ich in der richtigen Stimmung bin und genug Zeit habe, damit der Text dann quasi in einer Welle von Kreativität einfach aus mir herausfließt. (Das Blöde daran ist, dass ich dieser Meinung bin, weil das ein paar Mal auch wirklich genauso funktioniert hat.) Nun kann man aber nicht drauf warten, dass einen das Kreativitätsatom trifft, wenn man eine Deadline hat. Also hab ich mich notgedrungen hingesetzt und losgelegt. Dabei habe ich dann, weil ich nicht wusste, wie ich anfangen soll, erstmal mit der Szene begonnen, die ich schon einigermaßen im Kopf hatte und mich dann Szene für Szene vorgearbeitet, mal zu Hause am PC, mal im Café mit Notizbuch und Kugelschreiber. Meine besondere Angst-Szene war die Liebesnacht. Es war nämlich tatsächlich das erste Mal, das ich eine (wenn auch sehr harmlose) Sex-Szene geschrieben habe. Und dann natürlich auch gleich aus Sicht des anderen Geschlechts und noch dazu erzählt von einem 15-jährigen Jungen. Argh! Schlussendlich hab ich an einem Tag dann bis ziemlich spät nachts (für meine Verhältnisse) daran geschrieben, es dann einfach abgespeichert und gehofft, dass ich es beim Lesen am nächsten Tag nicht total scheiße finde. War dann zum Glück nicht so.

(Aber, und das ist weniger witzig, das lange Wachbleiben und Schreiben war im Nachhinein eine wirklich blöde Idee. Ich dachte zwar erst „naja, bin ich halt nen Tag lang müde, ist ja nicht so schlimm“. Tatsächlich habe ich dann eine Woche flachgelegen, weil ich einen so üblen Migräneanfall hatte, dass ich an einem Tag sogar den Notarzt rufen musste *seufz*. War also doch nicht so die beste Idee aller Zeiten.)

Jedenfalls hab ich inzwischen wohl wirklich mal verstanden, dass es durchaus funktioniert, auch zu schreiben, wenn man eigentlich grad nicht in der Stimmung ist. Dass ich einen Text nicht von vorne bis hinten in einem Guss durchschreiben muss, sondern es auch funktioniert, Szene für Szene zu schreiben.
Und dass man manchmal trotz drohender Deadline ins Bett gehen sollte, wenn man müde ist.

So, und zum Schluss: Natürlich habe ich während des Schreibprozesses auf Twitter meinen Frust geteilt…also gibts jetzt noch das Drama in 140 Zeichen. Viel Spaß😉 !

Kurzgeschichte: Der Wind und die Wölfin

3

Lange, lange nichts gebloggt. Dinge wie Urlaub, Arbeit, andere Hobbies, Migräne des Todes und so Kram hielten mich davon ab.

Dafür gibt es heute mal wieder was zu lesen, nämlich eine neue Kurzgeschichte. Hurra! Entstanden ist sie diesmal für eine Kurzgeschichtensammlung auf Nandurion, einer Seite, die sich mit dem Pen-and-Paper-Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ beschäftigt. Dementsprechend ist sie auch in Aventurien, dem entsprechenden Fantasy-Kontinent angesiedelt. Allerdings – wie Tests bewiesen haben – kann man sie auch lesen, wenn man damit nix am Hut hat. Und für alle, die die Hintergründe doch interessieren, habe ich hier ein bisschen was dazu erklärt. Dort schreibe ich auch, wie die Geschichte entstanden ist, womit ich mich dabei besonder geplagt habe und wieso es manchmal nicht gut ist, unbedingt erst schlafen zu gehen zu wollen, wenn die Geschichte fertig ist.

Aber jetzt: Viel Spaß beim Lesen!

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Der Wind und die Wölfin

Für Elpje begann der Sommer, wenn die Nivesen kamen. Sie kamen mit den ersten reifen Preiselbeeren und den Mückenschwärmen, die am Abend über dem See tanzten. Am Horizont waren sie zuerst als kleine Punkte zu sehen. Stunden später hörte man das Blöken der Karene, die Rufe der Viehtreiber und das gleichmäßige Trampeln von Hufen und Füßen. Wenn die Sonne unterging, zog die Herde langsam am Dorf vorbei, und am nächsten Morgen hatte sich das flache Grasland, eben noch leer und verlassen, in eine kleine Zeltstadt verwandelt. Dann kam die Zeit, in der die Nächte nur wenige Stunden dauerten. An den Sträuchern und Bäumen hing reifes Obst, Blumen schwankten zwischen den Grashalmen und der Duft von Moosbeeren, Honig und Heu vermischte sich mit dem herben Geruch der Karene.

„Morgen werden sie hier sein“, sagte Fenja. Elpje horchte. Er legte sogar das Ohr auf den Boden, wie es ihm ein Waldläufer gezeigt hatte. Doch er hörte nur das Summen der Insekten und das Rascheln des Graslands. Fenja lauschte nicht. Sie stand nur auf dem großen Findling südlich des Dorfes und reckte die Nase in die Luft. „Riechst du es nicht?“, fragte sie ihn lachend. Elpje konnte nur den Kopf schütteln. Es roch alles so wie immer. „Der Wind kommt aus Süden. Es riecht nach Kräutern und nach frischem Gras, aber da ist noch mehr. Tiere und Menschen, Feuer und gegerbtes Leder. Morgen werden sie hier sein.“ Wie immer behielt sie recht.

***

Fenja war einen halben Götterlauf älter als Elpje, im frühen Phex geboren, während er in der letzten warmen Nacht des Travia zur Welt gekommen war. Er wurde mit drei Geschwistern und zwei Onkeln und Tanten groß, während sie eigentlich niemanden hatte. Noch ehe Fenja laufen lernte, war ihre Mutter gestorben, ihren Vater hatte sie nie gekannt. Die Großmutter, bei der sie aufwuchs, war eine alte Frau und hatte nicht mehr die Kraft, ihrer Enkelin ständig nachzulaufen. So war Fenja immer das Kind gewesen, das stundenlang durch die Wildnis streifte, das in den See sprang, ohne schwimmen zu können und das stets mit Schrammen und blauen Flecken herumlief. Sie hatte Kletten in den roten Haaren, Dreck unter den Fingernägeln und zahllose Flicken auf ihrer Kleidung. Als sie und Elpje sieben Götterläufe alt waren, nahm sie ihn mit auf einen ihrer Streifzüge, zeigte ihm eine Entenfamilie im Schilf, die Spuren von Füchsen und Wölfen im Wald und den Platz zwischen den Disteln, an dem die Liebespaare des Dorfes sich trafen. Seit diesem Tag waren sie unzertrennlich.

In diesem Frühjahr jedoch war sie unruhig gewesen, abweisend in der einen Minute und überschwänglich in der nächsten. Sie sprach tagelang nicht mit ihm, dann wieder tauchte sie nachts vor dem Haus seiner Eltern auf und wollte in der Dunkelheit spazieren gehen. Manchmal stand sie stundenlang auf ihrem Findling und starrte in die Luft. Als Elpje sie fragte, was mit ihr los war, schüttelte sie nur den Kopf und sah ihn an, als sei er ein kleiner Junge, der nicht verstehen konnte, was sie betrübte. Als er Fenja an einem der ersten warmen Tage überredet, mit ihm zum See zu kommen, war für ein paar Stunden alles wie immer. Doch als sie nach dem Schwimmen aus dem Wasser stieg, ertappte Elpje sich dabei, wie er sie ansah, als hätte er sie noch nie gesehen. Letztes Jahr war sie noch das Mädchen mit den zerschrammten Knien und den dreckigen Händen gewesen. Und jetzt machte es ihn auf einmal verlegen, sie anzuschauen.

Dann kam der Sommer und mit ihm die Nivesen. Und zum ersten Mal wünschte Elpje sich, sie wären fortgeblieben.

***

Elpje rannte durch den Regen, jeder seiner Schritte von einem Platschen begleitet. Seine Füße sanken tief ins durchweichte Grün der Wiese ein. Am Rand des Dorfes holte er sie endlich ein.
„Fenja! Warte!“, keuchte er hervor.
Sie drehte sich um. Ihre roten Haare klebten nass an ihrem Kopf. Sie hatte ein seltsames Kleidungsstück aus Leder an, wie es die Nivesen trugen. ‚Sie sieht aus wie eine von denen‘, schoss es Elpje durch den Kopf. Aber das war wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, denn seit die Fremden ihre Zelte errichtet hatten, war Fenja immer wieder zu deren Lager gegangen und hatte sich stundenlang dort herumgetrieben. Elpje wusste weder, was sie da machte, noch konnte er verstehen, was sie dorthin zog.
„Hier, ich … es regnet“, fuhr er fort und reckte ihr den kratzigen Wollmantel entgegen, den er aus dem Haus ihrer Großmutter mitgenommen hatte. Regentropfen klatschten auf den Stoff und ließen ihn schwer werden.
„Den brauche ich doch nicht.“ Fenja schüttelte lächelnd den Kopf. „Sieh doch mal, meine Kolta! Hautan hat sie für mich gemacht und Bjanju hat mir geholfen, sie zu verzieren.“ Sie deutete auf die polierten Knochenstückchen und bunten Steine, mit denen das Leder geschmückt war.
„Seit wann ist dein Mantel denn nicht mehr gut genug?“ Elpje fühlte, wie sich seine Augenbrauen wütend zusammenzogen. „Der hält dich auch warm. Schon seit Jahren. Wieso musst du jetzt rumlaufen wie die?“
„Warum denn nicht?“ Fenja machte keine Anstalten, ihm den Mantel abzunehmen.
„Na, weil…weil das Fremde sind. Was willst du denn überhaupt bei denen?“ Elpje hatte zwar schon mit Nivesen gesprochen, wenn sie kamen, um Felle und Fleisch einzutauschen. Doch wie alle im Dorf konnte er nicht recht verstehen, wieso sie den Karenen folgten, statt sich Häuser zu bauen und ihre Tiere unter Kontrolle zu bringen. Manche munkelten, die Nivesen wüssten auch sonst nicht, was Recht und Ordnung war und wären diebisch und wankelmütig. Elpje kannte auch Gruselgeschichten, nach denen sich manche von ihnen bei Vollmond in blutrünstige Wölfe verwandelten oder sie mit den Geistern im Bunde waren und schlimme Flüche ausstießen. Generell, so war es immer gewesen, hielt man sich lieber von ihnen fern.
„Fremde, was?“, fauchte Fenja. „Bist du jetzt auch so einer, der mit den Nivesen nichts zu tun haben will und behauptet, sie wären verrückt?“
„Nein, ich … ich mein doch nur … “
„Du behauptest immer, du bist mein Freund und jetzt klingst du genauso wie die alte Janne und dein Onkel Norbo! Nur weil sie anders sind!“
Mit einem wütenden Knurren fuhr Fenja herum und stürmte davon, Elpje rannte ihr nach. Drei schnelle Schritte später lag er im Matsch, ausgerutscht auf der nassen Wiese. Fluchend, mit dreckverschmierter Hose und schlammigen Händen, rappelte er sich wieder auf. Fenja war stehengeblieben.
„Ist was passiert?“ Sie machte zwei Schritte auf ihn zu.
„Alles gut“, brummelte er. „Ich will doch bloß, dass du auf dich aufpasst.“
„Ich weiß.“ Sie stand direkt vor ihm und lächelte ihn an. Ein Regentropfen löste sich aus ihrem Haar und rann ihre Wange hinab. Elpjes Hand streckte sich wie von selbst aus, um ihn fortzuwischen, doch als er seine dreckigen Finger sah, hielt er inne.
„Mach dir keine Sorgen, Elpje. Alle dort sind nett zu mir. Und jetzt geh und zieh dir was Trockenes an.“ Fenja strich ihm über das nasse Haar, drehte sich um und ging langsam weiter.
Elpje starrte ihr nach. Der Mantel in seiner Hand war vollgesogen mit Wasser und Schlamm. Er schien quaderschwer zu sein.

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Am nächsten Tag waren die Regenwolken verschwunden und Fenja wartete vor dem Haus auf ihn.
„Ich möchte, dass du mitkommst“, platzte sie heraus, noch ehe er sie fragen konnte, ob sie wütend auf ihn war.
„Mitkommen?“
„Ja, heute Abend. Zu den Nivesen. Ich habe ihnen von dir erzählt und sie sagen, du darfst gerne mitkommen.“
Elpje schaute missmutig zu Boden. Nun erzählte sie schon irgendwelchen Fremden Geschichten über ihn. Und nach ihrem Streit war er vermutlich nicht gut dabei weggekommen.
„Ich weiß nicht…“, brummte er.
„Na komm schon. Ich will, dass du siehst, wieso ich so gerne dort bin. Nur heute Abend. Mir zu liebe.“
Einen Wunsch hatte er ihr noch nie abschlagen können.

***

Als es dämmerte, machten sie sich auf den Weg. Der Halbmond stand schon am Himmel, während im Westen die Sonne langsam im Grasland versank. Die Ebene sah für einige Momente aus, als würde sie brennen.
„Sie sagen, im Süden gibt es Berge, die bis in den Himmel reichen“, sagte Fenja und schaute über die Ebene. „Wälder gibt es, die man in einer Woche nicht durchwandern kann. Wusstest du, dass selbst die Winterlager der Nivesen noch so weit im Norden liegen, dass es manchmal schneit? Kajani sagt, sie hat Reisende getroffen, die von Orten erzählen, an denen es niemals schneit. Eine riesige Ebene aus Sand soll es dort geben. Und Wasser, so weit man sehen kann. Ist das nicht unglaublich, Elpje? Und ich kenne nichts außer diesem Dutzend Häuser und ein bisschen Grasland.“
Elpje schluckte. Fenja hatte sich in Schwung geredet. Ihre Wangen glühten und ihre Augen funkelten.
„Aber … du bist doch hier zu Hause“, sagte er. „Wir sind doch hier zu Hause.“ Er fühlte sich mit einem Mal, als hätte er den festen Halt unter den Beinen verloren. Wie konnte sie auf einmal so reden?
„Die Nivesen sagen, Heimat hat nichts damit zu tun, ein Haus zu bauen. Es kommt darauf an, zu wissen, wo man hingehört.“ Fenja schwieg einen Moment. „Und ich glaube nicht, dass ich hier hingehöre.“
Elpje wollte etwas sagen, doch die Worte blieben ihm im Hals stecken.
„Meine Mutter ist längst tot“, fuhr sie fort, den Blick zu Boden gerichtet. „Großmutter ist alt, und meinen Vater kenne ich nicht. Die Hälfte der Leute im Dorf hält mich für nutzlos, die andere für verrückt.“
„Ich nicht.“
„Nein. Du nicht.“ Sie griff nach seiner Hand. „Komm. Wir sind fast da.“
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Die Luft im Inneren des Zeltes war heiß und so von Rauch erfüllt, dass Elpje das Gefühl hatte, ständig husten zu müssen. Regelmäßig warf eine alte Frau neue Kräuterbündel ins Feuer, die den beißenden Geruch noch verstärkten. Über einer Feuerstelle wurde ein Kessel mit Suppe warmgehalten, von der man ihm zwei volle Schüsseln gereicht hatte. Gute Suppe war es gewesen, mit reichlich Fleisch darin. Becher mit heißem Tee und bauchige Flaschen mit Schnaps wurden herumgereicht. Elpje hatte erst drei Schluck von dem „Käämi“ genannten Zeug getrunken, und trotzdem fühlte er sich schon benommen. Bisher waren alle freundlich zu ihm gewesen, hatten ihn lächelnd begrüßt und ihn in mehr oder weniger verständlichem Garethi willkommen geheißen. Keiner der Fremden wirkte so, als würde er sich bei Vollmond in einen blutrünstigen Wolf verwandeln oder arglose Dorfbewohner verfluchen, so wie es die alte Janne in ihren Gruselgeschichten erzählte. Im Gegenteil, das Zelt war erfüllt von Lachen und eifrigen Gesprächen. Fenja hatte ihm die anwesenden Nivesen vorgestellt, eine Flut von seltsamen Namen, die er sich kaum merken konnte. Die hochgewachsene Frau auf dem Bärenfell hieß Kajani und war die Anführerin der Sippe, neben ihr saßen ihr Mann und ihre Kinder, deren Namen Elpje schon wieder vergessen hatte. Das junge Mädchen namens Bjanju hatte Fenja geholfen, ihre Kolta zu verzieren, und der kräftige Kerl mit der Narbe auf der Wange zeigte ihr, wie man mit Pfeil und Bogen jagte. Am wichtigsten schien ihr aber ein Mann mit unaussprechlichem Namen zu sein, der Kaskju genannt wurde und ihm als Mittler zu den Geistern und den Himmelswölfen vorgestellt wurde. Fenja hatte ihn mit einer Ehrfurcht begrüßt, die er noch nie bei ihr gesehen hatte.
Der Kajsku war ein alter Mann, in dessen bartloses Gesicht das Alter tiefe Falten gegraben hatte. Seine Hände waren fleckig und knorrig, seinen Rücken hielt er trotz seiner Jahre kerzengerade. Mit überraschend voller Stimme befragte er Elpje in etwas holprigem Garethi über seine Familie und das Dorf, während die Schnapsflasche weiter die Runde machte. Es waren harmlose Fragen, aber Elpje fühlte sich, als wollte der alte Mann ihn prüfen. Schließlich nickte der Kajsku zufrieden und und deutete auf Fenja, die einige Schritt entfernt mit Bjanju sprach. Einer der Hütehunde, die zu Dutzenden im Lager herumtollten, lag zu ihren Füßen, hatte sich auf den Rücken gedreht und ließ sich von ihr den Bauch kraulen. „Bist du zornig, weil Fenja so oft hier hier ist?“, fragte der Alte unvermittelt.
Elpje spürte, wie das Blut in seine Ohren schoss. Der Schnaps schien auf einmal seine Wirkung voll zu entfalten.
„Naja, ich … äh … ein bisschen schon“, brachte er heraus.
„Wir alle sind froh, dass sie hier ist“, sagte der Kajsku, ohne Elpjes gestotterte Antwort weiter zu beachten. „Sie bringt viel Freude in unsere Jurten.“
Er deutete zu Fenja, die zusammen mit ihrer Freundin laut über etwas lachte. Auch die beiden Mädchen hatten vom Schnaps getrunken, wie Elpje an Fenjas roten Wangen erkannte.
„Erst wenige Wochen kommt sie her, doch schon ist sie fast wie eine von uns. Die Karene mögen sie. Die Einuk mögen sie.“ Er deutete auf den Hund, der inzwischen begeistert Fenjas Hand ableckte.
„Aber du magst sie auch. Das sehe ich.“Elpje nickte verlegen. „Ich verstehe nur nicht, wieso sie auf einmal lieber hier ist als im Dorf“, versuchte er zu erklären. „Es war doch immer gut genug für uns. Aber jetzt erzählt Fenja Geschichten von Bergen und Sand und behauptet, sie würde nicht hierher gehören.“
„Sie sagte mir, sie hört dem Wind zu. Das ist gut. Wir Nivesen singen mit dem Wind und die, die ihn hören können, sind wichtig für uns.“
„Mit dem Wind singen? Was soll das heißen?“
„So nennen wir unser Leben. Unsere Reise. Wenn wir den Karenen folgen, dem Gefühl der Herde vertrauen. Das ist das Tääkitijauma, das Singen mit dem Wind. Die meisten von euch verstehen es nicht. Aber Fenja tut es.“
Der Alte reichte ihm eine Schale mit Tee. Elpje trank und verzog das Gesicht beim bitteren Geschmack von Kräutern und Wurzeln. Doch sein Kopf wurde wieder etwas klarer.
„Dann kann jeder mit euch gehen, wenn er es schafft, im Wind etwas zu hören?“, fragte er.
„Jeder, der möchte, kann mit uns ziehen, wenn er unsere Lebensweise achtet. Einen Sommer lang, ein Jahr lang, auch ein Leben lang. Aber es ist kein Leben, das für alle gemacht ist.“ Der Kaskju nahm einen Schluck Tee. „Bei Fenja fühle ich, dass es ihr Weg sein könnte. Sie jagt unter dem Segen der Himmelswölfe, mehr als viele von uns.“
„Und könnte es auch mein Weg sein?“ Elpje hatte nie vorgehabt, fortzugehen. Könnte er es, wenn er dafür bei Fenja sein konnte? Könnte er sich an das hier gewöhnen, ein Leben in Zelten, ein ewiges Reisen nach dem Willen von eigenwilligen Karenen?
„Das kannst nur du entscheiden, Junge“, erwiderte der alte Mann und reichte ihm den Tee.

***

Der Mond stand hoch am Himmel, als Elpje und Fenja sich von den Nivesen verabschiedeten. Beide hatten von dem Käämi getrunken, so dass sie das Lager mit schwankenden Schritten verließen. Elpje wollte den Weg zurück ins Dorf einschlagen, doch Fenja griff nach seiner Hand und zog ihn in eine andere Richtung, vorbei am See, in dem sich das Mondlicht spiegelte und vorbei an dem kleinen Wäldchen westlich des Dorfes. Ein Käuzchen schrie, aufgescheucht von ihren Schritten. Schließlich blieb sie stehen.
„Weißt du, wo wir sind?“ Ihr Lächeln ließ ihre Zähne im Mondlicht aufblitzen.
Natürlich wusste Elpje, wo sie waren. Hier waren sie gewesen, als sie zum ersten Mal zusammen losgezogen waren. An dem Tag, an dem sie Freunde geworden waren. Gemeinsam hatten sie darüber gekichert, dass sich hier die Liebespaare aus dem Dorf trafen.
Und nun standen sie hier, zwischen den Disteln. Ein leichter Windzug ließ die Pflanzen erzittern, und weiße Distelwolle löste sich aus einigen Blütenköpfen und schwebte zu Boden.
Fenja sog die Luft in sich ein. „Südwind, Elpje“, sagte sie leise.
Er wollte sie fragen, ob sie mit den Nivesen weggehen würde. Ob sie wollte, dass er ihr folgte. Warum sie nicht einfach hier bleiben und glücklich sein konnten. Doch er sah sie an und schwieg.
Das Mondlicht spiegelte sich in ihren Augen. Sie stand so dicht vor ihm, dass er ihren Atem auf der Haut spürte. Sie roch nach Kräutern und nach reifen Moosberen.
Der Wind wehte ihr eine Haarsträhne ins Gesicht und diesmal zögerte Elpje nicht, sie mit seinen Fingern hinter ihr Ohr zu streichen. Ihre Augen fanden sich und einen endlosen Moment schauten sie einander an. Dann machte sie den letzten, den unüberwindlichen Schritt auf ihn zu.
Fenjas Lippen waren weich. Sie schmeckten nach dem herben Schnaps und gleichzeitig süßer als alles, was er kannte. Elpje fühlte ihr Haar unter seinen Händen und ihre Arme, die sich fest um seine Schultern legten. Das Gras zwischen den Disteln war weich, als sie ihn mit sich zu Boden zog. Ihre Finger glitten über seine nackte Brust, ihr Atem ging schnell. Alles schien sich zu drehen und Elpje wusste kaum, ob er träumte, ob er zu viel getrunken hatte, ob all das wirklich passierte. Fenjas Körper schimmerte im Mondlicht, nackt und gleichzeitig zerbrechlich und unbezwingbar. Er fühlte sein Herz hämmern. Das Gefühl setzte sich im Rest seines Körpers fort, drohte, ihn bersten zu lassen. Sie beugte sich über ihn, presste seine Schultern ins Gras und hörte nicht auf, ihn zu küssen. Ihre Haare fielen wie ein Vorhang um ihre Gesichter. Er sah nur noch sie, fühlte nur noch ihren warmen Körper, hörte nur noch ihre Atemzüge, die sich mit seinen vereinten. Taumel erfasste ihn und mit dem Wunsch, er möge niemals enden, gab er sich ihm hin.

***

Elpje träumte. In seinem Traum war er ein Hase, der vor Wölfen floh, stets in Erwartung der scharfen Zähne, die sich im nächsten Moment um ihn zu schließen drohten. Der heiße Atem der Raubtiere dampfte in der kalten Herbstluft, legte sich wie ein grausames Versprechen um seine zitternden Beine. Schneller und schneller hetzte er voran, über die endlose grüne Ebene. Irgendwo vor ihm war Fenja, war Sicherheit. Dort, zwischen den wiegenden Grashalmen, leuchtete ihr rotes Haar. Mit letzter Kraft entkam er den gierigen Rachen ein weiteres Mal. Er erreichte die Zuflucht. Stolperte, als seine Beine unter ihm nachgaben. Sein Herz hämmerte, drohte zu zerspringen. Seine Augen blickten panisch umher. Hier war keine Fenja. Keine Rettung. Nur die Wölfe. Der Geruch nach Raubtier, nach Blut. Er konnte nicht mehr rennen. Nicht mehr atmen.

Die Zähne gruben sich in sein Fleisch.

Er schrie.

***

Als er aus dem Schlaf schreckte, dämmerte bereits der Morgen. Es war kalt. Als Elpje bemerkte, dass er nackt und nur in seinen Mantel gewickelt im Gras lag, erinnerte er sich, wie er hergekommen war. Er setzte sich auf. Fenja war verschwunden. Hastig zog er sich an, sprang auf die Füße und sah sich um. Das Gras zwischen den Disteln war niedergetrampelt, und ein seltsamer, scharfer Geruch lag in der Luft. Fenjas Kleider lagen am Boden, doch sie war nicht zu sehen. Elpje raffte ihre Sachen zusammen und stolperte davon, auf der Suche nach einer Spur von ihr. Am schlammigen Ufer des Sees fand er die Fährte eines Tieres. War einer der Steppenhunde ihnen aus dem Lager nachgelaufen? Oder hatte sich sogar ein Wolf in die Nähe des Dorfes verirrt? War Fenja am Ende verletzt? Als Elpje einige hundert Schritt weiter Blut im Gras bemerkte, setzte sein Herz für einen Moment aus. Doch dort lag nur ein totes Kaninchen, gerissen von einem Raubtier, das seine Beute liegengelassen hatte.

Als die Sonne aufging, gab er die Suche auf. Er musste ins Dorf zurück, doch er ahnte, dass er Fenja dort nicht finden würde.
Als er am Lager der Nivesen ankam, wartete Kajani bereit auf ihn.
„Ist Fenja hier?“, stieß er hervor. „Ich kann sie nicht finden!“
„Sie ist hier, junger Kuri. Aber du kannst nicht zu ihr. Der Kaskju kümmert sich um sie. Du kannst mir ihre Kleider geben.“
„Aber ich muss sie sehen! Was ist denn los mit ihr? Gestern Nacht ging es ihr doch gut.“
Die Sippenführerin sah ihn eine Weile schweigend an.
„Fenja trägt das Erbe der Manikku in sich. Gurjinjänan, unser Kaskju, hat es vermutet, doch nun ist es sicher.“
„Was soll das heißen? Ist sie krank?“
„Im Gegenteil. Sie trägt etwas Besonderes in sich, und letzte Nacht ist es erwacht. Wir hatten noch nicht damit gerechnet. Ihre Gefühle müssen in großer Aufruhr gewesen sein.“
Elpje schluckte. War er am Ende schuld, dass es Fenja schlecht ging?
„Du musst jetzt gehen. Mach dir keine Sorgen. Sie gehört zu uns, wir kümmern uns um sie. Aber ich muss jetzt nach den Karenen sehen. Sie sind unruhig.“

***

Die nächsten beiden Tage verkroch Elpje sich auf dem Heuboden oder stapfte wütend im Dorf herum. Seine Eltern waren entsetzt gewesen, dass er die ganze Nacht bei den Nivesen verbracht hatte und hatten ihm verboten, noch einmal zum Lager zu gehen. Immer wieder war er kurz davor, sich über das Verbot hinwegzusetzen. Immerhin war er kein Kind mehr. Nicht nach der letzten Nacht. Aber etwas hielt ihn zurück, als wollte er gar nicht wissen, was genau mit Fenja vor sich ging und wieso sie nicht zurückkam. Vom Heuboden aus beobachtete er durch ein Astloch das Haus ihrer Großmutter, doch sie kam nicht. Am Abend des zweiten Tages stahl er einen Krug Most aus der Speisekammer und trank ihn allein leer. Die halbe Nacht lang übergab er sich, ehe er im Morgengrauen endlich erschöpft einschlief.
Er erwachte vom Blöken der Karene.

Als er sich angezogen hatte und aus dem Haus gelaufen war, war die Herde schon fast vorbeigezogen. Unruhig und ungestüm drängten die Tiere nach Süden, und die Nivesen zogen mit ihnen, schnellen Schrittes, lachend und scherzend trotz der schweren Reise, die ihnen bevorstand. Die Steppenhunde liefen zwischen ihnen und schnappten nach zu übermütigen Karenen. Das Stampfen der Hufe dröhnte in seinen Ohren, als Elpje den Findling erreichte. Er kletterte hinauf und ließ seinen Blick hektisch über die davonziehende Sippe wandern. Wo war Fenja?

War sie dort, zwischen den Karenen, die unaufhaltsam nach Süden stapften? War das ihr rotes Haar, das der Wind unter der Wollmütze hervorzerrte und in die Luft wirbelte? Ihre schlanke Gestalt, die langsam immer kleiner wurde und seinem Blick entschwand? Elpje ballte die Fäuste und hätte seinen Zorn am liebsten in den Wind geschrien, diesen schrecklichen Südwind, der ihr Bilder in den Kopf gesetzt und sie von ihm fortgezogen hatte. Tränen schossen ihm in die Augen, trübten seinen Blick und schließlich atmete er aus, eine Mischung aus Seufzen und Keuchen, als die Wut mit der angehaltenen Luft aus ihm wich. Er wollte, dass sie zurückkam. Er wollte, dass sie glücklich war. Er wollte sich für sie freuen und sie gleichzeitig finden und anflehen, nicht zu gehen. Bewegungslos stand er auf dem Findling und starrte den Nivesen nach. Er erinnerte sich an Fenjas blitzende Augen und das Summen in ihrer Stimme, als sie ihn stolz in das Zelt geführt hatte, an das Lächeln, das die Fremden in ihr Gesicht gemalt hatten. Nie zuvor hatte er sie glücklicher gesehen. Mit einer Gewissheit, die er noch nie empfunden hatte, ahnte er, dass er sie nicht wiedersehen würde. Dass die Erinnerung an diese eine Nacht unter dem Madamal alles war, was ihm bleiben würde. Dass er an sie denken würde, wann immer Distelwolle durch die Luft wehte und der Geruch von Moosbeeren sich ausbreitete. Immer mehr Tränen liefen über seine Wangen. Mit eiskalten Fingern wischte er sie fort. Der Wind wurde stärker, kroch ihm unter die Kleider und ließ ihn frösteln. Er hatte nie verstanden, was Fenja hörte, wenn sie dem Pfeifen und Rauschen lauschte, und nun lief sie und sang mit dem Wind, ein Lied, das er niemals hören würde.

Die Nivesen verschwanden langsam am südlichen Horizont. Das Grasland lag leer und verlassen da. Langsam kletterte Elpje vom Findling. Mit schleppenden Schritten machte er sich auf den Weg zurück ins Dorf. Er wischte die letzten Tränen aus dem Gesicht und zog den Wollmantel enger um sich.
Bald würde es Winter sein.

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Wenn euch die Geschichte gefallen hat: Hier gibt es  – kostenlos natürlich – noch mehr davon (es ist auch jeweils eine von mir dabei).

Bloggerlesung: „What’s your story?“

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BühneAm Freitag verließ ich also mal wieder das Haus, noch dazu an einem Feiertag. Aber der Anlass – nämlich eine Gemeinschaftslesung dreier Blogger, die ich alle sehr gern lese – war ein gutes Argument, mich vom heimischen PC loszueisen. Das Wetter war komisch, wegen des Feiertags fuhr die Bahn nicht so wie ich dachte, überall eierten Touristen durch die Gegend, aber schlussendlich war ich dann doch noch halbwegs pünktlich da und wurde von Frau Rocknroulette netterweise gleich an einen freien Tisch bugsiert. Der sehr weit vorne stand, ich saß quasi schon auf der Bühne. Machte aber nix, wenigstens war es so nicht schlimm, dass ich kurzsichtige Frau die Brille nicht dabei hatte. Kurz hab ich noch überlegt, ob mich die Position in der ersten Reihe, mittig, dazu verpflichtet, Fotos zu machen, aber dann wurde neben mir schon fleißig fotografiert und ich hab es bleiben lassen. Was mich sehr gefreut hat, war, dass der Saal wirklich voll war. Ungefähr 60 oder 70 Leute waren da, teilweise aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz angereist. Toll!

Als erstes las der sichtlich aufgeregte, deswegen aber umso sympathischere Andreas Glumm (falls den hier irgendwer noch nicht kennt – DA klicken, aber sofort!), der laut eigenem Bekunden womöglich aus dem Saal geflohen wäre, hätte er die Lesung nicht als erster hinter sich bringen dürfen. Kann ich gut verstehen – bei meiner Lesung damals im März war ich auch die erste und fand das im Nachhinein dann ganz gut, weil ich danach die anderen Texte in Ruhe anhören konnte.

In der ersten Pause eilte dann Frau Westendstorie mit Stift, Klebezetteln und einer guten Idee durch den Raum: Alle Blogger bekamen ein Schildchen, auf das sie den Blog-Namen schrieben, so dass man sich gegenseitig erkennen konnte. Sehr schön!🙂 So wurde dann in den Pausen zwischen den Abschnitten auch eifrig anderen Menschen auf die Brust gestarrt, um zu erkennen, wer denn das Gegenüber so ist. Ich muss leider gestehen, dass ich nur einige der Leute kannte. Was aber auch nicht so wild ist, immerhin kenne ich dadurch jetzt einige Blogs mehr, die ich mir anschauen kann.

Als zweites folgte dann die Lesung von Sabine ‚Rocknroulette‘ Wirsching, die aus ihrem Roman „Druckstaueffekt“ las. Als Special Effect gab es dann noch Musik von John Allen, den ich bisher nicht kannte, nun aber toll finde.
Kleiner Hinweis: Das Buch wird gerade per Crowdfunding finanziert und wer möchte, kann hier etwas dazu beitragen, dass es erscheint! Ich mochte die beiden gelesenen Passagen und bin schon sehr gespannt auf den ganzen Roman. Ach, und wo wir grad dabei sind – gesessen hab ich während der Veranstaltung ja neben Gerard, dem Pop-Politen, und der hat den Roman auch schon rezensiert.

Zum Abschluss las dann Candy Bukowski, die übrigens auch dafür verantwortlich ist, dass die Lesung überhaupt stattgefunden hat. Vielen Dank fürs Organisieren! Ihre Texte hat sie so schön und eindringlich vorgetragen, dass mir am Ende – beim Text über Spinnen,  Heldenmut und Erwachsensein – tatsächlich die Tränen kamen. Zum Glück gab es dann noch etwas Leichteres zum Abschluss.

Nach der Lesung habe ich mich noch sehr nett unterhalten, erst im Saal, nach dessen Räumung dann unten in der Kneipe und schließlich noch in dem türkischen Restaurant, in das es uns dann irgendwann vor Hunger trieb. Vielen Dank nochmal an den Ben, den Mo, die Madame und die Frau Westendstorie für den schönen Abend. Ich war ja ganz allein da und hatte befürchtet, dass ich womöglich den ganzen Abend mit keinem ein Wort wechseln werde, weil sich da alle schon kennen und nicht mit komischen fremden Menschen reden, deren Blog sie nicht kennen. Aber das war ganz und gar nicht der Fall, sondern ich habe viele nette Leute getroffen, mich gut unterhalten und bin um kurz vor 1 Uhr nachts dann sehr  zufrieden heimgefahren.

Also, war super, gerne wieder, danke an die drei Lesenden und die Besucher!

Jubiläum: Das Romanprojekt wird 2 Jahre alt

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Heute, am 2. Juli 2014, findet ein Jubiläum statt. Dieses Jubiläum betrifft genau zwei Menschen, aber ich möchte trotzdem drüber schreiben – und gleichzeitig endlich mal ein wenig über das Romanprojekt erzählen. Welches heute, ihr ahnt es schon, zwei Jahre alt wird.

Es begab sich also vor mehr als zwei Jahren, dass ich in meinem Stamm-Internetforum mit einem anderen User, nennen wir ihn mal den Herrn T., begann, übers Schreiben zu reden. Der Herr T. ist nämlich fleißiger als ich und hat schon zwei Romane zu Ende geschrieben. Und irgendwie dachte ich mir eines Tages, dass man sich ja mal übers Schreiben austauschen konnte, was dann auch geschah. Heute vor 2 Jahren also chatteten wir mal wieder per ICQ (ja, SO lange ist das schon her, dass ich damals noch ICQ aufm Rechner hatte *g*) und ich fragte ihn dann, ob wir nicht mal zusammen was schreiben wollen. Was Kleines. Eine Kurzgeschichte oder so.

Gestern haben wir die Planung für Kapitel 70 des Romans beendet.

Wie man sieht: Es uferte etwas aus. Wir fanden schnell eine grundsätzliche Idee, ein Baustein stapelte sich auf den anderen und es war ganz schnell klar, dass der Stoff für mehr als eine Kurzgeschichte gemacht war. Also legten wir dann los und beschäftigten uns lange erstmal mit dem Ersinnen der Welt und der Charaktere. Das nahm eine ganze Weile in Anspruch und wurde natürlich nicht leichter dadurch, dass ich in Hamburg wohnte und Herr T. in Freiburg, am anderen Ende der Republik. Inzwischen ist er etwas weiter nach Norden gezogen und wir haben uns auch schon mehrfach zur Planung getroffen, der Großteil fand aber doch per Skype statt. Und so entwickelte sich in wöchentlichen Chats langsam alles vor sich hin – die Welt und ihre Geschichte wurden ersonnen, Charakterkonzepte wurden zu Figuren mit Namen, Aussehen und Hintergrund, und der Plot ist inzwischen komplett geplant und in eine lange Stichpunktliste und eine Handlungstabelle gestopft. Aktuell beschäftigen wir uns damit, die Kapitel einzuteilen und festzulegen, was in welcher Reihenfolge und aus wessen Sicht erzählt wird. Und dann kann es auch bald losgehen.

Denn, tatsächlich, geschrieben haben wir an sich noch nichts. Natürlich haben wir relativ  zu Anfang geprüft, ob wir mit dem Schreibstil des jeweils anderen leben können und jeder zwei Probeszenen geschrieben. Aber richtig loslegen werden wir erst, wenn alles fertig geplant ist, was nun bald der Fall sein dürfte. Vorher dürfen wir uns dann noch darum prügeln, wer welchen Charakter schreibt.

Wenn ich von dem Projekt erzähle, werde ich ganz oft gefragt, wie das denn geht, mit zwei Leuten an einem Roman zu arbeiten. Viele können es sich auch gar nicht vorstellen, nicht die komplette Hoheit über das Geschriebene zu haben. Tatsächlich gibt es natürlich sowohl Schwierigkeiten als auch Vorteile daran, zu zweit zu schreiben. Der größte Vorteil für mich ist, dass es eben noch eine andere Person gibt und es somit viel leichter ist, sich regelmäßig mit der Geschichte zu befassen  und nicht mal wieder 4-6 Monate in ein kreatives Loch zu fallen und einfach gar nix zu tun. Das passiert halt nicht, wenn man sich immer gegenseitig motiviert, weiterzumachen. Außerdem hat man natürlich zwei kreative Köpfe, die sich mit einer Sache befassen und Ideen entwickeln, so dass man weniger oft den Punkt erreicht hat, wo einem nix mehr einfällt. Und schließlich kontrolliert man sich natürlich auch gegenseitig und merkt es, wenn man droht, in eine erzählerische Sackgasse zu rutschen oder irgendwas unplausibel wird. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Schwierigkeiten. Beispielsweise stellt man sich ganz oft Sachen im Kopf so und so vor, redet dann darüber und merkt, dass sich die Vorstellung des Schreibpartners doch mehr oder weniger stark unterscheidet. Oder (meine Spezialität) man geht davon aus, dass man sich über Dinge schon unterhalten hat, auch wenn man nur selber drüber nachgedacht hat und der andere noch gar nix von der Idee oder der Vorstellung weiß. Das ist so oft passiert, dass ich monatelang in besagtem Forum „In meinem Kopf sah das anders aus!“ in der Signatur stehen hatte. *g* Und klar, man ist sich auch mal uneins, sowohl über die Entwicklung von Charakteren als auch über Handlungsdetails. Dann muss man halt entweder Kompromisse machen oder für seine Lieblingsversion argumentieren und irgendwie findet man dann immer was, mit dem beide leben können. Und naja, wenn wir uns über ZU viele Sachen uneins wären, wären wir wohl auch gar nicht so weit gekommen.

Ganz praktisch wird das Ganze übrigens so aussehen, dass wir die Geschichte aus der Sicht von verschiedenen Charakteren erzählen und die Charakere unter uns aufteilen. Damit umgehen wir das Problem, dass zwei Personen die Innenschau ein und desselben Charakters kontinuierlich erzählen müssen. Gleichzeitig sind wir beide große Fans von einer solchen Erzählweise. Ich hoffe, dass das gut funktionieren wird, bin aber optimistisch.

Was ich am Anfang nicht erwartet hatte, war, wie schnell diese fiktive Welt und diese fiktiven Figuren irgendwie…in der eigenen gedanklichen Realität verankert werden. Am Anfang war es noch ein Wust an Ideen und Entwürfen, aber inzwischen ist das in meinem Kopf alles so lebendig und vorhanden, als wäre es eine schon ewig etabliert und als hätte gar nicht ich es (zur Hälfte) ausgedacht. Ein sehr seltsames Gefühl, ich weiß nicht, ob man das nachvollziehen kann. Es mach auf jeden Fall sehr viel Spaß, wenn man auf einmal merkt, dass man seit 30 Minuten über die Entwicklung einer Figur diskutiert, die es vor 2 Jahren schlicht noch nicht gab.

So, und jetzt wollt ihr bestimmt alle wissen, was es denn für ein Roman wird, ne? Natürlich kann ich nicht allzu viel verraten, man will ja nicht seine Ideen unvorsichtig in dieses Internet blöken und dann passiert wer weiß was damit. Das versteht ihr hoffentlich?

Aber ein bisschen was kann ich natürlich verraten.

Es wird ein Urban-Fantasy-Roman mit Steampunk-Einschlag. Urban ist in dem Fall recht wörtlich zu nehmen, Schauplatz ist nämlich in der Tat nur eine einzige, riesige Stadt, deren Konzeption – hoffe ich – recht ungewöhnlich ist und auch viele spannende Schauplätze zu bieten hat. Unser „Main Cast“ (die mit Einträgen in der Plot-Tabelle *g*) besteht aus 12 Personen, die an unterschiedlichsten Ecken und Enden der Stadt zu Hause sind. Und natürlich passiert am Anfang etwas, was dazu führt, dass sich ihre Wege hier und da kreuzen. Zur Handlung mag ich natürlich auch nicht viel verraten, aber es gibt Diebstähle, zwielichtige Kneipen, religiöse Konflikte und eine mechanische Katze. Es sterben einige Leute, sehr viel mehr Leute sterben nicht, Loyalitäten und Bündnisse verschieben sich und die Geschichte der Stadt spielt auch eine Rolle. Es ist insgesamt relativ bodenständig, also ohne viele übernatürliche Elemente, ein wenig Übernatürliches mit mythologischem Einschlag gibt es aber schon.

So. Das soll für den Anfang erstmal reichen. Ich werde sicherlich in Absprache mit meinem Schreibpartner hier ab und zu berichten, wie es voran geht.

Also – frohes Jubiläum, kleiner Roman. Bald gehts richtig los!

Mit anderen Worten: Links vom 26.06.2014

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Meine Damen und Herren, wie Sie sehen, ist das mit der Writing Class eher nicht so wirklich vorangegangen. Das lag vor allem daran, dass ich erst im Urlaub war und sodann über eine Woche mit Magen-Darm-Mist darniederlag. Ob ich die Aufgaben oder Teile davon noch nachholen mag, kann ich aktuell nicht sagen, denn nun hänge ich wieder im Bürokreislauf aus Müdigkeit, Arbeit und dem Bedürfnis, die Menschheit zu vernichten, fest, Sie kennen das vielleicht.

Deswegen gibt es heute wenigstens wieder ein paar Links.

Das Projekt Was machen die da? von Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm ist vermutlich schon den meisten von euch bekannt, aber es schadet ja nicht, nochmal drauf hinzuweisen. Jede Woche, um genau zu sein, immer am Dienstag, wird da vorgestellt, was Leute so machen. Beruflich oder als Hobby. Diese Woche geht es zum Beispiel ums Marathonlaufen auf Helgoland, sehr schön und leider auch ein bisschen traurig war auch der Artikel über den Mann, der Vögel zählt. Aber da das hier ja ein Schreibblog ist, verlinke ich natürlich hauptsächlich den Artikel über Saša Stanišić, der mit seinem Roman „Vor dem Fest“, der über die Arbeit an dem Projekt und das Schreiben an sich erzählt. Sehr schönes Portrait. Gelesen habe ich den Roman leider noch nicht, hab ich allerdings noch vor. Wenn schon mal jemand, der früher (auch) für DSA geschrieben hat, den Deutschen Buchpreis gewinnt!

Apropos Isabel Bogdan: Diese hat sich eine Kekspackung angeschaut und selbige auseinandergenommen. Nicht im wörtlichen Sinne, es geht vielmehr um die völlig irreführenden Logos. Sehr lesenswerter Artikel.

Auch ums Essen geht es in dieser Geschichte von Rocknroulette, die erzählt, wie ein Schnitzel für die Ehe ihrer Großeltern sorgte. In diesem Zusammenhang habe ich bereits versprochen, die Geschichte von meinem Großonkel und der Bratwurst zu erzählen, was ich gelobe, bald auch zu tun.

Außerdem ist es an der Zeit, mal auf eins meiner Lieblingsblogs zu verlinken, nämlich den Kiezneurotiker, den König des Rage-Bloggens, der sich in unfassbar virtuoser Weise über die großen und kleinen Fails seiner Umgebung, der aktuellen Politik oder der Menschheit an sich aufregt. Weil ich mich nicht entscheiden kann, was ich verlinken soll, nehm ich einfach mal diesen Eintrag über Lübecker Marzipan. Weil ich seit Stunden über den 2. Absatz kichern muss. Aber man kann auch einfach das restliche Blog lesen, es lohnt sich.

So – und zum Schluss noch ein bisschen unverschämte Eigenwerbung, denn während ich hier seit Wochen nix gepostet habe, habe ich für mein anderes Blog einen Beitrag über meinen Prag-Urlaub geschrieben, der etwa so lang ist wie die Moldau breit. Wem das zu viel ist, der kann sich ja wenigstens die lustigen Bilder von Vögeln, Dämonenbeschwörungen und Essen angucken.